Innovation und Erfahrung

12/01/2010

Die steigende Komplexität der Werkstücke, die unsere Anwender täglich zu fertigen haben, ist auch in den CAM-Arbeitplänen deutlich zu erkennen. Diese weisen immer öfter mehrere Hundert Arbeitsschritte auf. Für die Fertigungsplanung, die ja neben der Generierung von Werkzeugwegen eine der zentralen Aufgaben eines CAM-Systems ist, ist das eine echte Herausforderung. Die Anforderungen sind ziemlich klar: Sinnvolle Möglichkeiten zur Strukturierung müssen her, um den Überblick zu behalten, ein schneller Zugriff auf einzelne  Klassen wie Werkzeuge, Anstellungen, Feature, eingesetzte Makros usw. muss möglich sein, Verwendungsnachweise für diese Elemente, wie z.B. welches Werkzeug wird in welchen Arbeitsschritten eingesetzt, werden benötigt, um Auswirkungen von Änderungen schnell zu erkennen.
Apropos Änderungen, gerade für solche großen Arbeitspläne ist es wichtig, dass zwischen den genannten Elementen assoziative Verknüpfungen durch die Software hergestellt werden. Es muss möglich sein, ein Werkzeug, ein Makro usw. zu ändern und wahlweise alle damit verknüpften Arbeitschritte automatisch zu aktualisieren, ohne irgendeine weitere Interaktion.

Diesen Herausforderungen stellen wir uns als CAM-Softwarehersteller beim Entwurf von Softwarearchitekturen, immer wieder. Hier hilft oft ein Blick über den Rand des CAM-Tellers hinaus. Nicht jedes Konzept muss von Null beginnend selbst entworfen werden. Schon die Griechen glaubten, dass sich Realität über Muster und Grundformen organisiert, die erkennbar und wieder verwendbar sind. So griffen sie in ihrer Architektur immer wieder auf diese bewährten Grundmuster und -formen, wie die Gestaltung und Anordnung von Säulen, die Einhaltung bestimmter Proportionen, zurück. In vielen Disziplinen haben sich im Laufe der Zeit solche Lösungsmuster herausgebildet, die das jeweilige Erfahrungswissen wiedergeben und in vielen Situationen mit Erfolg angewendet wurden. Es reicht also, möglichst viele von ihnen zu können und schon stellt sich der Erfolg praktisch von selbst ein – nein, natürlich nicht. Fast alle erfolgreichen komplexen Systeme, zu denen auch CAM-Software mittlerweile zweifellos gehört, stellen eine Mischung aus Innovation und dem effizienten, kostensparenden Einsatz bekannter Vorgehensweisen und Gestaltungsprinzipien dar.  Deren Kenntnis (oder Unkenntnis) für ein bestimmtes Fachgebiet macht letzten Endes den Unterschied aus, zwischen Profi und Amateur, zwischen Experte und Laie. Im Software Engineering sprechen wir von Entwurfsmustern, deren Kenntnis und durchdachte Anwendung kann den Unterschied zwischen robuster, wartbarer Software und solcher, die heute schon die Probleme von morgen schafft, darstellen.

Auch beim Entwurf von solch komplexen, interaktiven Planungssystemen wie CAM-Software können sie große Hilfe leisten. Im Kern haben wir die gesamte Benutzeroberfläche mit ihren vielen Dialogen, Listendarstellungen usw. vollständig von der Basisfunktionalität abgetrennt und die entstandenen Module über wohl definierte Schnittstellen verbunden. Dadurch können diese Module oft unabhängig voneinander mit begrenztem Aufwand angepasst werden. So stellt unsere Exzellenz im Software Engineering neben unserem Know-how für die Fertigung den zweiten großen Asset der OPEN MIND Technologies AG dar.

Beides verbessern und erweitern wir kontinuierlich, um auch in Zukunft CAM-Lösungen für eine immer komplexer werdende Fertigung entwickeln zu können.


Das OPEN MIND-Team wächst

02/10/2009

Krise, Kurzarbeit, Personalabbau – nach wie vor scheinen diese Begriffe die Diskussion bei allen Wirtschaftsthemen zu bestimmen. Zum Glück am Ende doch nicht überall.

Auch wir bei OPEN MIND spüren natürlich ein verändertes, schwieriges Umfeld – keine Frage. Um so erfreulicher ist die Tatsache, dass wir trotz dieser Situation in der Lage sind, weiter zu wachsen und in unsere Zukunft sowie die unserer Kunden zu investieren. Vor kurzem haben wir unseren Kern-Entwicklungsbereich “Werkzeugbahn-generierung” nochmal durch eine junge, engagierte Mathematikerin verstärkt. Nein, Sie irren sich – nicht in Indien oder Osteuropa, sondern direkt an unserem Stammsitz in Deutschland. Langjährige Erfahrung soll mit neuen Ideen verbunden werden. Wir sind gespannt.


OPEN MIND arbeitet an der VDMA-Entscheidungshilfe “CAM-Systeme” mit

21/09/2009

Lange mussten wir nicht überlegen, um an einer Entscheidungshilfe für CAM-Systeme mitzuarbeiten. Seit uns Ende letzten Jahres die Anfrage vom VDMA vorlag, sind wir im Autorenteam zur Erstellung dieser Entscheidungshilfe vertreten. Im Kern wird die Zielstellung dieser Publikation sein, Entscheider bei der Auswahl eines CAM-Systems auf strukturierte Art und Weise zu unterstützen.

Ein komplexes Unterfangen: Das war dem Autorenteam, das sich aus Vertretern aller führenden Hersteller der Branche zusammensetzt, von Anfang an klar. Die ersten Sitzungen des Teams, an denen ich als Vertreter von OPEN MIND teilnahm, zeigten deutlich, dass es galt, unterschiedliche Sichten auf das Thema CAM,  unterschiedliche Schwerpunkte und Meinungsverschiedenheiten unter einen Hut zu bringen – harte Arbeit  eben. Wie so oft galt auch hier, dass Beharrlichkeit letzten Endes zum Ziel führt. Wir alle waren erleichtert,  als der wichtige Meilenstein – die Verabschiedung einer Struktur für die Entscheidungshilfe – genommen wurde. Auf dieser Basis konnten wir endlich Arbeitsgruppen und -pakete definieren. Jetzt gilt es, in den Arbeitsgruppen die Inhalte zu entwickeln, zu verabschieden und zu integrieren.

Letztlich werden unsere Leser entscheiden, ob wir erfolgreich waren oder nicht. Sollten wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, den Entscheidungsprozess für die Auswahl eines CAM-Systems zu verbessern und dessen Einführung in Fertigungsunternehmen wirkungsvoll zu unterstützen, war das alle Mühe wert. Ich bin ganz sicher, dass das Gelingen wird.


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